Ortspolitik fragt nach Freien und Offenen Formaten

Do-FOSS Anfrage

Bild: Politik fragt an

Im vergangenen Juni wurden in den Sitzungen der Dortmunder Ortspolitik in 8 der 12 Bezirksvertretungen Anfragen nach Offenen Standards gestellt, um einer digitalen Spaltung der Bezirksvertretungsmandate entgegenzuwirken. Do-FOSS entwickelte hierfür eine Musteranfrage, die wir im Folgenden vollständig wiedergeben. Die einzelnen Anfragen aus den Bezirksvertretungen sind am Ende dieses Beitrags verlinkt. Besonders möchten wir auf die einzelnen Variationen der Musteranfrage durch die Politik hinweisen.

Gemeinsam mit der Politik erwartet Do-FOSS nun die Antwort der Verwaltung zur digitalen Gleichbehandlung der Bezirksvertretungsmandate, wofür Offene Standards erforderlich sind. Die Antwortschreiben an die Bezirksvertretungen werden frühestens zu deren Sitzungsterminen im August bzw. September 2015 vorliegen. Do-FOSS wird die Antworten veröffentlichen und zu diesen Stellung nehmen.

Musteranfrage Bezirksvertretung – Dateianhänge in Freien Formaten

Dateianhänge in Freien und Quelloffenen Formaten

Die Fraktion X [beziehungsweise die Fraktionen mit denen die X-Fraktion üblicherweise gemeinsam Anfragen stellt] in der BV Y bittet folgende Anfragen zu beantworten:

  • Weshalb werden Dateianhänge von E-Mails an Mitglieder der Bezirksvertretung von der Stadt sehr häufig in geschlossenen Formaten versandt?
  • Welche Möglichkeiten hat die Verwaltung, vermehrt Dateianhänge in Freien und Quelloffenen Formaten zu versenden?

Begründung:

Die Mitglieder der Bezirksvertretung erhalten von der Stadt Dortmund regelmäßig E-Mails mit Anhängen in unterschiedlichen Dateiformaten. Bis auf Anhänge im PDF-Format werden die Daten aber in sog. geschlossenen Formate versandt. Dadurch wird vorausgesetzt, dass die Mitglieder der Bezirksvertretung Software eines bestimmten Herstellers verwenden, zumindest aber werden die Mitglieder zur Nutzung dieser gedrängt. Jede Mandatsträgerin und jeder Mandatsträger sollte aber frei über die von ihr/ihm eingesetzte Software entscheiden können. Andernfalls bedeutet dies die digitale Spaltung der BV-Mandate. Eine freie Wahl der Software wird durch Anhänge in Offenen Standards befördert.

„Offene Standards können als universelle Sprache der digitalen Gesellschaft verstanden werden. Erst durch eine gemeinsame Sprache kann jeder Mensch nach eigenem Interesse und eigenen Fähigkeiten an einem gesellschaftlichen Dialog teilnehmen. Weil nur durch eine vielfältige Teilnahme an diesem Dialog eine dynamische und nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung ermöglicht  wird, ist der Vergleich einer gemeinsamen Sprache mit Offenen Standards wichtig. Dieses Verständnis bedeutet auch, dass eine Gesellschaft gespalten wird, wenn nicht jeder Mensch ihre Sprache verwenden kann.
Da Offene Standards als universelle Sprache der digitalen Gesellschaft keine Bürgerin, kei­nen Bürger, keine Behörde und kein Unternehmen dazu drängen, Software eines bestimm­ten Herstellers zu erwerben, nur um Dokumente der Stadt Dortmund lesen zu können bzw. kommunikative Anbindung an die Stadt Dortmund zu erhalten, schließen Offene Standards niemanden aus und wirken so einer digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegen.“ [1]

  1. [1] vgl. die Dortmunder Bürgerinitiative für Freie und Quelloffene Software Do-FOSS: http://blog.do-foss.de/beitrag/warum-freie-software-und-offene-standards-fuer-die-stadt-dortmund

Anfragen aus den Bezirksvertretungen aus Juni 2015

Musteranfrage und Anfragen aus den Bezirksvertretungen zum herunterladen

Die Musteranfrage kann gemeinsam mit den Anfragen aus den Bezirksvertretungen hier heruntergeladen werden.

CC0
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2 Kommentare zu “Anfragen aus 8 der 12 Dortmunder Bezirksvertretungen nach Offenen Standards

  1. Pingback: Weitere Anfragen aus Dortmunder Bezirksvertretungen nach Offenen Standards - Do-FOSS

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