Freie Software: Teil globaler Nachhaltigkeitsziele 2030 der UN

Agenda-Siegel 2016

Bild: Agenda-Siegel 2016 (© Stadt Dortmund)

Am 25.09.2015 wurde in New York von den Vereinten Nationen für die Weiterverfolgung der Ergebnisse des Millenniums-Gipfels die Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beschlossen. Die Agenda 2030 folgt damit auf die Agenda 21. Die Agenda 2030 gliedert sich in 17 Nachhaltigkeitsentwicklungsziele (Sustainable Development Goals) mit 169 Zielvorgaben, die erstmals Umwelt- und Entwicklungsaspekte enthalten und sich an alle Staaten richten und nicht primär Entwicklungsländer im Fokus haben. Die am 01.01.2016 in Kraft getretenen Agenda-Ziele mit Erläuterungen finden sich u.a. auf den eigens eingerichteten Webseiten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Im Zusammenhang mit den Agenda-Zielen verleiht die Stadt Dortmund das sog. Agenda-Siegel als Auszeichnung für bürgerschaftliche Projekte und Ideen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Die Stadt Dortmund beschreibt das Agenda-Siegel auf der Homepage ihres Agenda-Büros wie folgt:

Das Agenda-Siegel soll neben der Auszeichnung einer möglichst breiten Palette von Projekten die öffentlichkeitswirksame Darstellung des bürgerschaftlichen Engagements auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stadt dokumentieren.
Das Siegel soll Anreize schaffen, sich mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Über die öffentliche Präsentation guter Beispiele und Aktionen soll verdeutlicht werden, was sich alles hinter dem Begriff „Agenda“ verbergen kann.

Ins Leben gerufen wurde die Auszeichnung im Jahr 2000 durch den Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Wohnen und wird seit 2004 jährlich vergeben. Die Jury des Agenda-Siegels 2016 bestand aus Vertreterinnen und Vertretern der Verbraucherzentrale Dortmund, der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW und des Handelsverbandes NRW. Die ausgewählten Projekte erhalten das Recht, das Agenda-Siegel in Form von Logo und Stempel mit Jahresangabe zu verwenden. Vergeben wird das Siegel in den Kategorien Schule und Initiative, Organisation, Verein, Privatperson.

Do-FOSS freut sich über eine erfolgreiche Bewerbung für das Agenda-Siegel 2016! Die Ausschreibungsunterlagen der Stadt Dortmund, die Bewerbungsunterlagen von Do-FOSS und Eindrücke von der Verleihung können in unserer Dokumentenverwaltung heruntergeladen werden. Mehr Informationen zum Agenda-Engagement der Stadt Dortmund finden sich auf der Webseite des Agenda-Büros der Stadt Dortmund. Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund zur Verleihung des Agenda-Siegels 2016 ist auf der Unterseite Nachrichten zu finden.

Do-FOSS ermuntert alle Menschen auch in ihren Städten Freie Software zum Thema zu machen und steht gerne als Ansprechpartner zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung.


Preisverleihung Sierau
Preisverleihung durch Oberbürgermeister Ullrich Sierau an Do-FOSS (repräsentiert von Till Schäfer) (Foto: Agenda-Büro Dortmund / © Stadt Dortmund)


Gruppenfoto: Agenda-Siegel-Preisträger
Agenda-Siegel-Preisträger (Foto: Anja Kador / Lizenz: unbekannt)

Freie Software: global denken, lokal handeln

Do-FOSS hat sich bislang vor allem intensiv in lokale Fragen von Softwareeinsatz eingebracht. Jedoch ist eine lokale Softwarestrategie nicht von einer globalen Entwicklung zu trennen. Freie Software entfaltet ihre Wirksamkeit durch die Möglichkeit globales Know-How mit örtlicher Kompetenz zu verbinden. Während Freie-Software-Projekte zum wesentlichen Teil international verfügbar sind und häufig auf internationalen Kooperationsstrukturen basieren, ist der Nutzen Freier-Software-Projekte gerade in lokalen kleineren Strukturen deutlich erkennbar. Der freie Zugang zu softwaretechnischem Wissen ermöglicht den Aufbau lokaler Kompetenzstrukturen und den Einbezug kleinerer Softwareanbieter in die Anpassung solcher Software an lokale Gegebenheiten. Der barrierefreie Zugang zu dem Know-How verhindert global wie lokal daher die Einhegung von Wissen und eine digitale Spaltung. Daher kann ein technologischer Wissenstransfer hervorgehoben werden, welcher durch Freie Software u.a. für das Nord-Süd-Gefälle ermöglicht wird (vgl. Nachhaltigkeitsentwicklungsziel 12 „Verantwortungsvoller Konsum / technological capacity“ und Nachhaltigkeitsentwicklungsziel 17 „Partnerschaften, um die Ziele zu erreichen / Technology“ & „Systematic issues“ der Agenda 2030). Darüberhinausgehend schafft Freie Software durch die Nachvollziehbarkeit ihrer Funktionalität (überprüfbar durch unabhängige Sachverständige) wichtiges Vertrauen, um die Digitalisierung des Lebensraumes bei uns vor Ort – wie z.B. durch das Projekt Smart City Dortmund angestrebt
wird – zu ermöglichen.

Freie Software hat zudem eine umfassende Nachhaltigkeitsdimension. In der Publikation des Umweltbundesamtes mit dem Titel Nachhaltige Software werden u.a. Zusammenhänge mit dem Energieverbrauch von Software (Green Software Engineering), den Hardwareanforderungen, der Wiederverwendbarkeit von Software (und damit der Einsparung von Entwicklungsressourcen), dem gesellschaftlich zugänglichem Wissen (in Form von Gemeingütern), Modularität (und der damit verbundenen Anpassbarkeit von Softwarelösungen), sowie zahlreiche weitere positive Auswirkungen auf soziale und wirtschaftliche Organisationsformen beschrieben. In der Publikation wird deutlich, dass eine Grundvoraussetzung für die Nachhaltigkeit von Software ist, dass sie unter einer Freien Lizenz veröffentlicht wird.

Das Umweltbundesamt zu Nachhaltiger Software:

Wird von Green IT (Grüner Informationstechnik) gesprochen, so denkt man dabei meist an energieeffiziente und ressourcenschonende Hardware. Von ebenso großer Bedeutung für die Nachhaltigkeit eines IT-Systems ist jedoch die Software. […] Unter „Nachhaltiger Software“ wird (im weitesten Sinne) Software verstanden, die entlang ihres Lebensweges (Entwicklung, Anwendung, Außerbetriebnahme) die Umwelt wenig belastet und somit ressourcenschonend und energieeffizient ist. Dies kann beispielsweise dadurch realisiert sein, dass sie effizient und schlank programmiert sowie modular und erweiterbar ist oder langfristig gepflegt wird. Weiterhin kann sich die Software dadurch auszeichnen, dass sie in ihrer Anwendung einen positiven Effekt auf die Umwelt hat, beispielsweise indem sie hilft, Energie und Ressourcen einzusparen oder Prozesse zu optimieren.“ (Umweltbundesamt – Nachhaltige Software, S. 9)

Gerade bei Freien Softwareprojekten gibt es häufig Bestrebungen alte Hardware länger nutzbar zu machen und z.B. Betriebssysteme mit besonders geringen Hardwareanforderungen zu entwickeln. Häufig werden Computer lediglich als Textverarbeitungsplätze (Briefe, E-Mails, etc.) genutzt und die dafür benötigte Funktionalität stellt niedrige Hardwareanforderungen. Dennoch entwickeln viele Closed-Source-Betriebssysteme immer höhere Anforderungen an Hardware. Durch die individuelle Anpassbarkeit von Freier Software lässt sich insbesondere eine schlanke und energieeffiziente IT-Architektur realisieren, welche mit nachhaltigen Hardwarekonzepten harmonisiert.

Freie Software: in Dortmund erfahren

An die obigen Überlegungen angelehnt, findet in DO-Hörde alle 2 Wochen ein offener Themenabend Einführung in die Nutzung Freier Software durch ein eigenständiges an Do-FOSS angegliedertes Projekt statt. An den Abenden dieser regelmäßigen Veranstaltung erhalten (neue) Anwenderinnen und Anwender Freier Software eine Einführung in den Alltagsgebrauch ihres (befreiten) Computers. Dabei liegt der Fokus auf der ressourcenschonenden GNU/Linux Distribution (L)Ubuntu, die sehr leicht zu installieren und zu warten ist und auch Computerlaien den Genuss einer Vielzahl Freier und Quelloffener Anwendungsprogramme ermöglicht, die (fast) keine Wünsche offenlassen. Weitere Informationen finden sich auf unserer Blog-Seite Einführung in die Nutzung Freier Software. Die Termine zu dieser Veranstaltung finden sich hier.

Dokumente zum Herunterladen

Der Folder zur Bewerbung um das Agenda-Siegel 2016 der Stadt Dortmund kann hier heruntergeladen werden. Der offizielle Bewerbungsbogen für das Agenda-Siegel 2016 kann hier und in einer von Do-FOSS erstellten lesefreundlicheren Version kann der Bewerbungsbogen hier heruntergeladen werden. Die Urkunde über die Verleihung des Agenda-Siegels 2016 an Do-FOSS kann hier heruntergeladen werden.

Die Pressemitteilung der Stadt Dortmund zur Verleihung des Agenda-Siegels 2016 vom 07.12.2016 kann hier sowie die Preisträgerliste des Agenda-Siegels 2016 kann hier heruntergeladen werden.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

2 Kommentare zu “Agenda-Siegel 2016 der Stadt Dortmund an Do-FOSS verliehen

  1. Pingback: Björn Schießle (bes) said - GNU Social

  2. Pingback: Dortmunder GRÜNE für Freie Software - Do-FOSS

Hinweise zu Kommentaren

Die Diskussion darf gerne engagiert und auch konträr geführt werden, aber die Nähe zum jeweiligen Thema und ein respektvoller Umgangston muss gewahrt werden. Off-Topic-Diskussionen, Ad-Hominem-Argumente, Beleidigungen, Verstöße gegen geltendes Recht und ähnliches sind unerwünscht und werden entfernt. Hinweise auf solche Beiträge können an community@do-foss.de geschickt werden.

Solange die große Mehrheit der Kommentare in der Hinsicht unproblematisch ist, werden sie im Interesse einer flüssigen Diskussion direkt veröffentlicht. Um Spam auszusieben, müssen Kommentare mit mehr als einem Link erst freigschaltet werden, d.h. ihre Veröffentlichung kann sich verzögern.

Es gilt unsere Datenschutzerklärung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.