Pressemitteilungen der Stadt Dortmund im geschlossenen Format der Firma Microsoft

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Von der Stadt Dortmund werden Pressemitteilungen stets aktuell auf presse.dortmund.de veröffentlicht. Die Pressedokumente werden dabei im geschlossenen bzw. nicht offenen Word-Dokumenten-Format (Dateiendung „.doc“) der Firma Microsoft herausgegeben.

Zu geschlossenen Formaten bzw. Nicht-Offenen-Standards bemerkte Do-FOSS bereits in dem Artikel Warum Freie Software und Offene Standards für die Stadt Dortmund?:

Die Verwendung von Software schließt das Nutzen von Dateiformaten ein. Analog zu Freier Software wird in diesem Zusammenhang von Offenen Standards [bzw. Offenen Formaten] gespro­chen. Die­se können als univerelle Sprache der digitalen Gesellschaft verstanden werden. Erst durch eine gemeinsame Sprache kann jeder Mensch nach eigenem Interesse und eigenen Fähigkeiten an einem gesellschaftlichen Dialog teilnehmen. Weil nur durch eine vielfältige Teilnahme an diesem Dialog eine dynamische und nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung ermöglicht wird, ist der Vergleich einer gemeinsamen Sprache mit Offenen Standards wichtig. Dieses Verständnis bedeutet auch, dass eine Gesellschaft gespalten wird, wenn nicht jeder Mensch ihre Sprache verwenden kann.

Da Offene Standards als universelle Sprache der digitalen Gesellschaft keine Bürgerin, keinen Bürger, keine Behörde und kein Unternehmen dazu drängen, Software eines bestimm­ten Herstellers zu erwerben, nur um Dokumente der Stadt Dortmund lesen zu können bzw. kommunikative Anbindung an die Stadt Dortmund zu erhalten, schließen Offene Standards niemanden aus und wirken so einer digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegen.

Unabhängige Presse erfordert Offene Standards

Die Stadt Dortmund gewährleistet die freie Softwareauswahl der Presse aufgrund fehlender Offener Standards nicht. Die derzeitige Softwareausrichtung der Stadt drängt Journalistinnen und Journalisten dazu Produkte eines speziellen Herstellers, aktuell der Firma Microsoft, zu verwenden. Um eine technisch unabhängige Presse zu ermöglichen, sollten aber alle Presseaktiven – wie z.B. Journalistinnen und Blogger – frei über die von ihnen eingesetzte Software entscheiden können. Andernfalls bedeutet dies die digitale Spaltung der Pressearbeit. Sinnvoll wäre es, wenn die Stadt Dortmund Pressemitteilungen (zusätzlich) in Freien Formaten wie PDF/A oder HTML anbieten würde.

Befassung im Ausschuss für Personal und Organisation

Der Ausschuss für Personal und Organisation (APO) befasst sich am Donnerstag, den 29.10.2015, in öffentlicher Sitzung, mit dem Softwareeinsatz der Stadt Dortmund. Vorausgegangen sind dem bereits Anfragen aus den Bezirksvertretungen zum Einsatz Offener Standards in der Behördenkommunikation. Ergänzend erhielt der APO zur Kenntnisnahme eine Reflexion zum „IT-Konzept der Stadt Dortmund: Arbeitsprogramm 2015“.

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2 Kommentare zu “Pressemitteilung: Stadt Dortmund drängt Presse in technische Abhängigkeit

  1. Mit LibreOffice kann man das ja schon öffnen, aber ich finde auch, dass die Bereitstellung suboptimal ist. Vor allem ist eine Verlinkung nicht auf eine Webseite möglich, sondern immer nur direkt zu einem Word-Dokument.

  2. Pingback: Pressemitteilungen der Stadt Dortmund in Offenen Formaten - Do-FOSS

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