Von den Ursprüngen…

Masterplan Digitales Dortmund

Bild: Masterplan Digitales Dortmund

Gestartet wurde Do-FOSS als Bildungsprojekt im Juni 2014 mit der Veranstaltung Demokratie braucht Freie Software an der TU Dortmund und einem Thementisch zu Gemeinwohlorientierter Software bei der 40-Jahr-Feier der GLS Gemeinschaftsbank Bank eG.
In der zweiten Jahreshälfte 2015 hätte der Rat der Stadt Dortmund die Fortschreibung des städtischen IT-Konzepts für die Jahre 2016-2021 beschließen sollen. Do-FOSS hatte als Projektziel den Diskussionsprozess mit den Vorteilen Freier und Quelloffener Software zu begleiten.

…zu neuen Zielen: Masterplan „Digitales Dortmund“

Statt des stark auf die Verwaltung konzentrierten IT-Konzepts hat der Rat der Stadt Dortmund mit Datum vom 07.07.2016 die auf sechs Jahre angelegte Entwicklung des Masterplans „Digitales Dortmund“ beschlossen. Die Erarbeitung des Masterplans wird im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft in drei Phasen erfolgen. Nach Abschluss der einzelnen Phasen (je zwei Jahre) wird dem Rat ein Zwischenbericht vorgelegt (1. Phase: Verwaltung / Wirtschaft / Bildung, 2. und 3. Phase: u.a. Soziales, Familie, Jugend/Alter, Gesundheit, Kultur, Freizeit, Verkehr und Mobilität [vgl. Entwicklung des Masterplans „Digitales Dortmund“, S. 6]).

Das strategische Ziel des Erarbeitungsprozesses des Masterplans benennt der Rat auf S. 5 des Entwicklungsbeschlusses folgendermaßen:

Um die vorhandenen Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten zu erkennen, optimal zu nutzen und nicht nur auf bereits eingetretene Veränderungen reagieren zu müssen, soll zunächst eine Strategie erarbeitet werden, ein Masterplan „Digitales Dortmund“. Dieser umfasst zum einen Visionen, wie sich Stadt und Verwaltung entwickeln könnten und sollten, aber auch konkrete Ziele und eine entsprechende Umsetzungsstrategie mit evaluierbaren Maßnahmen.

Die Stadt Dortmund hat in einer Pressemitteilung vom 24.05.2016 zum Diskussionsprozess des Masterplans u.a. erklärt:

Im Zentrum stehen (…) die Lebensqualität der Bevölkerung durch optimale Dienstleistungs-, Mitwirkungs- und Infrastrukturangebote, die Schonung von Ressourcen, der Mehrwert von Innovationen und ein wirtschaftsfreundliches Umfeld. Um diese Ziele zu erreichen, müssen moderne Technologien und Prozesse zum Einsatz kommen. Die Digitalisierung von Infrastrukturen, Organisationen und Lebenswelten (z.B. im Bildungs- oder Gesundheits- und Sozialwesen) ist daher eine zentrale strategische Aufgabe der Stadt. Die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind zum Nervensystem der „smarten“ Stadt geworden.

Entsprechend des Ratsbeschlusses ist auch die Zielsetzung von Do-FOSS dahingehend angepasst worden, die bürgerorientierte Entwicklung des Masterplans zu begleiten. Do-FOSS begreift sich dabei als Projekt zum Wissenstransfer. Hierfür werden die momentanen Gegebenheiten der städtischen Software herausgearbeitet und in Bezug auf Freie Software und Offene Standards bewertet. Herr Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat in einem Schreiben aus Juni 2016 bereits erklärt, dass Freie Software Gegenstand des Erarbeitungsprozesses des Masterplans „Digitales Dortmund“ sein wird. Dies freut Do-FOSS, denn durch Freie Software wird besonderes Augenmerk auf den Erhalt der kommunalen Selbstverwaltungshoheit gelegt. Eine weitergehende Betrachtung hierzu hat Do-FOSS im Blogbeitrag Warum Freie Software und Offene Standards für die Stadt Dortmund? vorgenommen.

Das Projektziel von Do-FOSS ist es fortan Wege zu ermitteln, wie die Stadt Dortmund zukünftig mit Hilfe von Freier und Quelloffener Software bzw. Offener Standards die digitale Anschlussfähigkeit ihrer Bürgerinnen und Bürger fördern kann. Dafür zeigt Do-FOSS Wege für einen selbstbestimmten und transparenten Umgang mit digitaler Technik auf und engagiert sich dafür die notwendigen Voraussetzungen in die Diskussion des Masterplans einzubringen.

Des weiteren entwickelt Do-FOSS Konzepte zur Lockerung von Herstellerabhängigkeiten, welche durch Closed-Source-Modelle erzwungen werden. Durch eine entsprechende Zielsetzung im Masterplan könnte die Closed Source Software der Stadt Dortmund stetig und steuerbar durch Freie Software und Offene Standards abgelöst werden. Zudem wird der freie Austausch von Software zwischen jeglichen Akteuren durch Freie Lizenzen ermöglicht. Dadurch können Synergien genutzt werden, um u.a. Kostensenkungen zu realisieren. Gleichzeitig fördert Freie Software Wertschöpfung und Innovation: Ein großer Teil unfreier (sog. proprietärer) Software wird nicht in Europa produziert, demzufolge werden Lizenz- oder Pflegegebühren für solche Software zu einem beträchtlichen Teil aus der Region transferiert und woanders investiert. Damit erlischt auch das lokale Wissen über eine Schlüsseltechnologie unserer Zeit. Eine Rückkehr zu einem Modell der vollständigen Eigenentwicklung ist jedoch ebenfalls aus wirtschaftlichen und technischen Gründen (z.B. Interoperabilität) nicht wünschenswert. Freie Software ist in diesem Zusammenhang die optimale Symbiose, um lokales Know-How mit internationalen Standards und Entwicklungen zu verbinden. Daraus ergibt sich ein nicht unerheblicher fiskalischer, beschäftigungs- und innovationspolitischer Effekt. Dieser Effekt verstärkt sich durch die Möglichkeit für Jedermann, Freie Software zu verbessern. Immer dann, wenn beim Einsatz von Freier Software Optimierungs- oder Weiterentwicklungspotentiale erkannt werden, entspricht das einer Chance, diese Potentiale auszuschöpfen und daraus Wertschöpfung zu generieren. Nicht selten führt dies zu erfolgreich realisierbaren Geschäftsideen und somit zur Stärkung eines IT-Standorts. Bei proprietärer Software besteht dieses Potential nicht oder nur in sehr eingeschränktem Maß, denn hier ist der Hersteller der Einzige, der entsprechende Optimierungen vornehmen kann. Für Do-FOSS entspricht es der Zeit, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Richtlinie zum Software-Sprint zur Förderung von Open Source Entwicklerinnen und Entwicklern am 14.07.2016 herausgegeben hat.

Dokumente zum Herunterladen

Der Vorlage des Ratsbeschluss findet sich hier und eine Zusammenstellung der Protokolle aus den zuarbeitenden Ausschüssen und vom Rat findet sich hier. Eine ergänzende Pressemitteilung der Stadt Dortmund zur Besetzung der Leitung der Arbeitsgruppe Verwaltung vom 07.06.2016 findet sich hier.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

Hinweise zu Kommentaren

Die Diskussion darf gerne engagiert und auch konträr geführt werden, aber die Nähe zum jeweiligen Thema und ein respektvoller Umgangston muss gewahrt werden. Off-Topic-Diskussionen, Ad-Hominem-Argumente, Beleidigungen, Verstöße gegen geltendes Recht und ähnliches sind unerwünscht und werden entfernt. Hinweise auf solche Beiträge können an community@do-foss.de geschickt werden.

Solange die große Mehrheit der Kommentare in der Hinsicht unproblematisch ist, werden sie im Interesse einer flüssigen Diskussion direkt veröffentlicht. Um Spam auszusieben, müssen Kommentare mit mehr als einem Link erst freigschaltet werden, d.h. ihre Veröffentlichung kann sich verzögern.

Es gilt unsere Datenschutzerklärung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.