Die Entwicklung zum Masterplan Digitale Stadtverwaltung

Masterplan Digitale Stadtverwaltung

Bild: Masterplan Digitale Stadtverwaltung

In dem Blogbeitrag Masterplan Digitale Stadtverwaltung: dosys. und Do-FOSS gemeinsam in der AG Freie Software berichtete Do-FOSS bereits darüber, dass die Stadt Dortmund gemeinsam mit Do-FOSS an dem Thema Freie Software arbeitet. Die Grundlage für diese gemeinsame Arbeit, der Masterplan Digitale Stadtverwaltung, wird in diesem Blogbeitrag genauer vorgestellt.

Wie Do-FOSS ebenfalls berichtete gab es zunächst einen Ratsbeschluss vom 07.07.2016 zur Erarbeitung eines Masterplans Digitales Dortmund. Aus diesem leitete sich auch die letzte Zielsetzung von Do-FOSS ab. An den Beschluss zur Erarbeitung des Masterplans Digitales Dortmund schloss sich die Ankündigung der Stadt zur Aufteilung des Masterplans in drei spezialisierte Masterpläne, u.a. in den Masterplan Digitale Stadtverwaltung, an. Im Folgenden stellt Do-FOSS die entsprechende Verwaltungsvorlage Masterplan Digitales Dortmund: Weiterentwicklung des Projektzuschnitts vom 04.04.2017 genauer vor, welche der Rat mit Datum vom 01.06.2017 beschlossen hat.

Begründung zur Aufteilung Masterplan Digitales Dortmund

In der Begründung des Ratsbeschlusses heißt es:

Durch den Beschluss vom 07.07.2016 hat der Rat der Stadt Dortmund die Erarbeitung eines Masterplans Digitales Dortmund beauftragt und die notwendigen Projektschritte definiert […]. Aufgrund der Komplexität war demnach eine Bearbeitung der fachlichen Handlungsfelder Zug um Zug vorgesehen. Dabei sollten die Handlungsfelder Wirtschaft, Bildung und Verwaltung zuerst behandelt werden. Die weiteren Handlungsfelder sollten danach betrachtet werden und von den Erkenntnissen der drei bereits bearbeiteten Handlungsfelder profitieren können. […]

Sowohl aufgrund der sich stark unterscheidenden Aufgabenportfolios als auch der im Bereich Digitale Stadtverwaltung zwingend zu berücksichtigenden Gesetzesänderungen sowie des im Bereich Digitale Bildung bereits in Kraft getretenen und zu erwartenden Förderengagements von Bund und Land ergibt es Sinn, die aktuellen Handlungsfelder Digitale Wirtschaft, Digitale Bildung und Digitale Stadtverwaltung gesondert voneinander zu betrachten und zu bearbeiten.

Diesem Ansatz folgend erarbeitet die Stadt Dortmund drei Masterpläne:

  1. Masterplan Digitale Wirtschaft
  2. Masterplan Digitale Bildung
  3. Masterplan Digitale Stadtverwaltung

Masterplan Digitale Stadtverwaltung – Einbettung von Do-FOSS

Ein Ziel des Masterplans Digitale Stadtverwaltung ist es Beteiligungsformate für die Stadtgesellschaft zu entwickeln. Über ein solches Format ist Do-FOSS als Bürgerinitiative in den Masterplan Digitale Stadtverwaltung durch die Arbeitsgruppe Freie Software, bestehend aus dem Dortmunder Systemhaus (dosys.), dem Personalrat der Stadt Dortmund und Do-FOSS, vertrauensvoll in die Erarbeitung des Masterplans eingebunden. Do-FOSS freut sich darüber, Freie Software für eine Offene IT-Architektur als Basis für Open-Government und Offene Standards für die Stadt Dortmund in die Diskussion über die Digitalisierung der Stadt mit einbringen zu können. Die Zielsetzung von Do-FOSS bleibt damit bestehen. Lediglich die Arbeitsstruktur von Do-FOSS ist durch die Arbeitsgruppe Freie Software ergebnisorientierter geworden und bietet über einen längerfristig ausgerichteten Dialog eine erweiterte Gestaltungsperspektive.

Do-FOSS erlebt die Entwicklung der Masterpläne als spannende Zeit, da in diesen Prozessen digitale Zukunftsweichen gestellt werden. Do-FOSS interessiert: Was erwarten Bürgerinnen und Bürger von ihrer digitalen Stadtverwaltung? Do-FOSS freut sich über Kommentare und Zuschriften zu dieser Fragestellung.

Masterplan Digitale Stadtverwaltung – Auszug des Beschlusses

Masterplan Digitale Stadtverwaltung

Im Masterplan Digitale Stadtverwaltung werden die maßgeblichen Rechtsgrundlagen wie das eGovernmentgesetz NRW und das Signaturgesetz darzustellen sein. Daneben werden die daraus resultierenden Handlungsinstrumente wie elektronische Vorgangsbearbeitung, digitale Signatur, ePayment ins Verhältnis zu den Anforderungen an die Verwaltung von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und sonstigen Dritten als Ausfluss des gesellschaftlichen Prozesses des digitalen Wandels zu setzen sein.
Bereits jetzt können – ohne abschließende Verbindlichkeit- folgende Handlungsfelder identifiziert werden:

  • Services und eGovernment mit ePayment, eAkte, BürgerApp,
  • Open Government mit Open Data und freier Software, [Hervorhebung durch d. Verf.]
  • IT-Sicherheit,
  • Personal und Organisation,
  • Ressourcen mit Liegenschaften und Infrastrukturanforderungen sowie
  • Kommunikation, Marketing und Public Relations.

[…]

Mit Open Data werden Daten und Statistiken frei, aber ggf. mit vorgreifender Erläuterung und Interpretation verfügbar werden. Mit neuen und verbesserten digitalen Services stellt sich die Stadt Dortmund neu auf und stellt den Zugang der Dortmunderinnen und Dortmunder zu ihren Dienstleistungen und Produkten in vielen Bereichen völlig um. Hierbei ist vorab die Fragestellung zu prüfen, inwieweit und welche kommunalen Daten, die als ein Rohstoff des 21. Jahrhunderts gelten können, durch die Stadt Dortmund selbst oder gemeinsam mit Partnern im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge im Sinne einer erweitert zu definierenden Allgemeinwohlorientierung genutzt werden können. Die systematische Klassierung der Daten der Stadt ist hierfür unabdingbar. Digitalisierung geht mit einer zunehmenden Vernetzung von Daten einher. Für die Vernetzung der Daten ist ein zentrales und standardisiertes System erforderlich. Durch „Systemsharing“ können Synergieeffekte gehoben werden. Kooperationen sind deshalb nicht nur interkommunal, sondern auch mit anderen Unternehmen, Bürgern oder Hochschulen denkbar.

Infolgedessen wird auch eine neue Kommunikationsstrategie unumgänglich. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass eine proaktive Öffentlichkeitsarbeit erforderlich wird, da die Dortmunderinnen und Dortmunder neu und anders mit ihrer Stadtverwaltung kommunizieren werden.
[…]
Die Digitalisierung bedeutet für die Stadtverwaltung Dortmund nicht nur einen Standortvorteil in der Sache, dieser muss auch bekannt gemacht und beworben werden.
Hier wird sich eine Schnittstelle zur Wirtschaftsförderung […], zur Allianz Smart City Dortmund, zur Dortmund Agentur und zur Pressestelle ergeben. Zur Frage einer neuen Strategie der PR und der Öffentlichkeitsarbeit wird im o.g. Handlungsfeld Kommunikation genauso ein Vorschlag zu erarbeiten sein, wie auch die Kommunikation der Beschäftigten untereinander und nach außen zu beleuchten sein wird.

Wie ihre Verwaltung arbeitet, in welche Daten und Prozesse sie Einblick nehmen können und wo sie mitgestalten können, ist auch für die Dortmunderinnen und Dortmunder von Interesse. Im Masterplan Digitale Stadtverwaltung werden daher auch Beteiligungsformate für die Stadtgesellschaft entwickelt. [Hervorhebung durch d. Verf.]

Wie bisher auch wird der Masterplan Digitale Stadtverwaltung nicht nur eine Strategie zur effizienzsteigernden Digitalisierung entwickeln, sondern bereits auch während des Masterplanprozesses Projekte initialisieren. Themen wie die elektronische Vorgangsbearbeitung, ePayment, die sog. BürgerApp und Open Data sind so drängend, dass sie parallel zum Masterplanprozess zu entwickeln sind.

Damit verfolgt der Masterplan Digitale Stadtverwaltung Dortmund auch das Ziel, die Allianz Smart City zu unterstützen. Eine fortschrittlich digitale, also smarte Stadtverwaltung ist ein Element auf dem Weg zur Smart City und wird von der Allianz vorausgesetzt.

[…]

Die Verwaltung wird den zuständigen Fachausschüssen zur Konkretisierung und zum Sachstand regelmäßig berichten und im ersten Quartal 2018 einen Bericht über den Prozessstand vorlegen.

Masterpläne Digitale Bildung und Wirtschaft

In kommenden Blogposts wird Do-FOSS die Masterpläne

  • Masterplan Digitale Bildung
  • Masterplan Digitale Wirtschaft

jeweils kurz vorstellen und sieht regen Diskussionen um die zukünftige digitale Gesamtentwicklung unserer Stadt entgegen.

Dokumente zum Herunterladen

Der Ratsbeschluss der Stadt Dortmund vom 01.06.2017, kann hier heruntergeladen werden. Eine Zusammenstellung der Protokolle aus den zuarbeitenden Ausschüssen und vom Rat findet sich hier. Von Do-FOSS gesammelte Unterlagen zum Themenfeld „Masterplan Digitales Dortmund“ können hier eingesehen werden.

CC0
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Ein Kommentar zu “Masterplan Digitale Stadtverwaltung: Arbeitsgrundlage der AG Freie Software beleuchtet

  1. Von einer Stadtverwaltung, die RSS-Feeds für 90-er-Jahre hält, erwarte ich nichts. Da fehlt für mich schon das Grundlagenwissen über „Neuland“. RSS ist garantiert kein Hype, aber eine bewährte Technologie, die manchmal auch unter der Oberfläche wichtige Dienste leistet und RSS wird es auch noch geben, wenn Facebook dem Schicksal von StudiVZ, SecondLife und all den anderen ehemaligen „Must-habe“-Hypes gefolgt ist.

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