Stadt Dortmund bietet das OpenDocument-Format als Dokumentenaustauschformat an

Do-FOSS Anfrage

Bild: Politik fragt an

Die Stadt Dortmund ermöglicht ab sofort einen Dokumentenaustausch im Offenen OpenDocument-Format für Personen, welche keine Arbeitsgeräte von der Stadt Dortmund gestellt bekommen. Vorausgegangen waren Anfragen aus 10 (der insgesamt 12) Bezirksvertretungen zu Offenen Dokumentenaustauschformaten, welche wiederum auf einer Musteranfrage von Do-FOSS basierten. Nachdem eine erste Antwort der Stadt noch das OOXML-Format als offenes Austauschformat beworben hatte, wurde aus verschiedenen Bezirksvertretungen kritisiert, dass dieses Format nicht die Eigenschaften für ein plattformunabhängiges und herstellerneutrales Dokumentenaustauschformat erfülle. Die aus dieser Kritik abgeleiteten Anschlussfragen der Bezirksvertretungen führten nun zu einem Umdenken bei der Stadt Dortmund. Das Offene und etablierte OpenDocument-Format wird nun grundsätzlich als Offenes Dokumentenaustauschformat anerkannt und angeboten. Do-FOSS begrüßt diese Grundsatzentscheidung. Leider ist für die Kommunikation über dieses Format bisher noch eine persönliche Anfrage im individuellen Kontakt mit der Stadt notwendig.

Do-FOSS bedankt sich bei den Bezirksvertretungen für das umfassende und kontinuierliche Engagement.

Antwort der Stadt Dortmund im Wortlaut

[…]
für die Weitergabe und den Austausch von Dokumenten verwendet die Stadtverwaltung Dortmund sowohl proprietäre als auch freie Formate. Hierbei wird differenziert, ob die Dokumente unveränderbar und revisionssicher weitergegeben werden sollen oder ob eine Bearbeitung durch den Empfänger erfolgen darf. Werden veränderbare Dokumente nicht nur innerhalb der Stadtverwaltung, sondern auch mit externen Kommunikationspartnern ausgetauscht, ist eine Abstimmung über das zu verwendende Format erforderlich.

Für den herstellerneutralen und plattformübergreifenden Dokumentenaustausch in veränderbaren Formaten für Personen, die keine Arbeitsgeräte der Stadt Dortmund nutzen, werden mehrere Möglichkeiten zur Verfügung gestellt: Neben dem nur begrenzt zur Weiterverarbeitung geeigneten PDF-Format wird das Strict Open XML-Dokument (XML: Extensible Markup Language) und das OpenDocument-Format (ODF) als offenes Dokumentenaustauschformat angeboten. Diese Möglichkeiten werden unter MS-Office 2013 unterstützt.

Für die Einsicht der Unterlagen zur Koppelung von SAP und diverser Fachanwendungen mit Microsoft Office sowie zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung (WiBe 21) wird auf die Ratsvorlage vom 15.05.2014 „Einsatzentscheidung Ablösung Office 2003“, Drucksache Nr.: 12002-14, verwiesen.
[…]

Stadt Dortmund verweist auf nichtöffentliche Unterlagen

Im ersten Schriftwechsel der Stadt Dortmund mit den Bezirksvertretungen, argumentierte die Stadt, dass der Einsatz von Microsoft Office alternativlos sei. Unter anderem verwies die Stadt auf eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung (WiBe 21), welche eine Mischumgebung von Open Office und Microsoft Office untersucht haben soll. Daher stellten die Bezirksvertretungen die folgenden Anschlussfragen:

  • Ist es möglich, die Unterlagen zur Vorlage zu erhalten, welche zu der Einschätzung geführt haben, dass SAP und diverse Fachanwendungen ausschließlich mit Microsoft Office gekoppelt werden können?
  • Ist es möglich, die benannte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung (WiBe 21) zur Vorlage zu erhalten?

Die Antwort der Stadt Dortmund lässt diese Fragen offen, denn sie verweist ohne weitere Erläuterung auf eine nichtöffentliche Drucksache, welche weder von den Bezirksvertreterinnen und Bezirksvertretern, noch von der Öffentlichkeit eingesehen werden kann. Somit besteht für diese Fragen der digitalen städtischen Architektur keine öffentliche Diskussionsgrundlage. Zwar kann Do-FOSS nachvollziehen, dass die Stadt Dortmund bestimmte nichtöffentliche Bedürfnisse hat, wie z.B. Kostenschätzungen, welche zu einer geschwächten Ausgangsposition gegenüber Softwareanbietern führen können. Allerdings sollte eine Verhältnismäßigkeit in der Form gewahrt bleiben, dass digitale Grundsatzüberlegungen der Stadt nicht der öffentlichen Diskussion entzogen werden. Die Veröffentlichung einer geschwärzten Variante der WiBe 21 hält Do-FOSS daher für angebracht.

Antwortschreiben der Stadt Dortmund zum herunterladen

CC0
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2 Kommentare zu “Erfolg der Bezirksvertretungen: Offenes Format für den Dokumentenaustausch

  1. Pingback: Ausschuss für Personal und Organisation – Protokoll der Sitzung vom 27.11.2015 - Do-FOSS

  2. IM RIS habe ich bisher keine .odt-Dateien gesehen. Dafür werden schon mal digital vorliegende Dateien/E-Maisl ausgedruckt und als Bild-Scan bereit gestellt. 0 % durchsuchbar. 0 % mit Screenreadern lesbar. 0 % weiterverarbeitbar.

    Es fehlt an einer Vorstellung von der Nutzung oder will man diese möglichst weitgehend unterbinden?

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