Do-FOSS migriert Dortmunder Kreisverbandsbüro von Bündnis 90/DIE GRÜNEN auf Freie Software

Tux mit GRÜNEN-Wappen

Bild: Tux mit GRÜNEN-Wappen (©Wappen: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Mit Hinblick auf die vielseitigen gesellschaftlichen Vorteile von Freier Software hat sich der Dortmunder Kreisverband von Bündnis 90/DIE GRÜNEN dazu entschlossen auf Freie Software zu setzen und das eigene Kreisverbandbüro auf Freie Software migriert. Im Zentrum dieser Entscheidung steht ein Bekenntnis zu digitalen Grundrechten, digitalen Gemeingütern, technologischer Transparenz und IT-Sicherheit. Die Migration wurde von Do-FOSS durchgeführt und ist nun seit einigen Monaten im produktiven Einsatz.

Neben der politischen Signalwirkung hat die Migration auf Freie Software auch ökologische und monetäre Vorteile für den Kreisverband. So konnten Hardware-Neuanschaffungen vermieden werden, da das eingesetzte Linux-Betriebssystem deutlich geringere Systemanforderungen stellt als das vormals eingesetzte Microsoft Windows. Lizenzkosten für bisher eingesetzte proprietäre Produkte fallen ebenfalls weg.

Im Zuge der Migration wurden eine Reihe von technischen Verbesserungen umgesetzt und zur späteren Nachvollziehbarkeit dokumentiert. In Bezug auf die IT-Sicherheit werden beispielsweise die Daten des Kreisverbandes nun durchgehend verschlüsselt, die E-Mail Kommunikation des Kreisverband mittels PGP (Pretty Good Privacy) abgesichert und Updates vollautomatisch mittels eines einheitlichen Updatekonzeptes eingespielt.

Nicht zuletzt wurde die Migration genutzt, um eine Bestandsaufnahme der IT durchzuführen und Daten sowie IT-Prozesse zu konsolidieren. Der Kreisverband verfügt nun über einen gut sortieren, datenschutzfreundlich konfigurierten Standardwerkzeugkasten für die vielfältigen Aufgaben der Geschäftsstelle und eine Mehrbenutzerumgebung, welche Daten und Einstellungen über die verschiedenen Endgeräte synchronisiert. Das Ganze wird über ein tagesgenaues Backup ergänzt, welches die Daten gegen technische Fehlfunktionen und Benutzerfehler absichert und in einer weiteren Backupstufe auch gegen Diebstahl und verheerende Gebäudeschäden. Die neue Infrastruktur schafft somit die Voraussetzung für ein unbeschwertes Arbeiten ohne Datenverlustängste und ermöglicht eine effiziente Zusammenarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Mitglieder.

Do-FOSS freut sich über die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den GRÜNEN bei der Migration ihrer Geschäftsstelle, sowie ihre klare Positionierung für Freie Software. Die Pressemitteilung der Dortmunder GRÜNEN gibt Do-FOSS im Folgenden vollständig wieder.

Digitale Grundrechte – GRÜNE für Freie Software: Softwaremigration des Dortmunder Kreisverbandsbüros

Als GRÜNE fragen wir uns seit jeher, welche gesellschaftliche Wirkung Technikeinsatz entfaltet. Im Hinblick auf digitale Technik, fragen wir GRÜNE uns zudem, welche Grundvoraussetzungen für eine offene Gesellschaft im Digitalen bestehen.

Mit Blick auf die in den letzten Jahren bekannt gewordene globale Massenüberwachung ist für uns GRÜNE in NRW die wichtigste Konsequenz die Datensicherheit im öffentlichen und privaten Bereich auszubauen. Die öffentliche IT hat hierbei eine Vorbildfunktion. Deshalb wollen wir den Einsatz von Verschlüsselungstechnologien sowie von Freier und Offener Software in den Verwaltungen stärken.

Als Kreisverband Dortmund hatten wir nach Bekanntwerden der beispiellosen geheimdienstlichen Massenüberwachung, diese Verletzungen der informationellen Selbstbestimmung von Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam mit Landes- und Bundesgrünen unmittelbar verurteilt und haben nun auch technologische Konsequenzen für die hauseigene IT gezogen. Freie/Open Source Software sowie Freie Verschlüsselungstechnologien sind für uns Grundbausteine, um digitalpolitische Grundrechte auch technologisch zu wahren. Deshalb haben wir als Dortmunder Kreisverband die in unserem Büro eingesetzte IT auf Freie Software, Offene Formate und verschlüsselte E-Mail-Kommunikation umgestellt.

Christoph Neumann, Mitglied des Kreisvorstands: „Mittels Freier Lizenzen, die Freier Software zugrunde liegen, sehen wir auch eine Möglichkeit der fortschreitenden Privatisierung des öffentlichen Raumes entgegenzutreten. Wir wollen die Daseinsvorsorge auch im digitalen Raum garantieren und sehen daher die Notwendigkeit politisch gestaltbare Freiräume in der digitalen Welt weiter auszubauen. Es gilt unsere (digitalen) Gemeingüter für eine Gesellschaft für Alle zu stärken.“

Aus GRÜNER Sicht wirkt Freie Software darüber hinausgehend einer digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegen. Sozialpolitisch, erleichtert Freie Software u.a. eine digitale Inklusion, da für Freie Software als Gemeingut keine Lizenzgebühren zu zahlen sind. Mittels Offener Formate lässt sich ein barrierefreier Zugang zu Informationen gestalten. Transparente Technologie – wie Freie Software – schafft zudem wichtiges Vertrauen in eine zunehmend digitalisierte Gesellschaft.

Mehr Informationen zu Freier Software gibt es u.a. bei der Free Software Foundation Europe oder auf Anfrage an christian.naehle@gruene-dortmund.de.

Die Umstellung/Migration der Software wurde für unser Büro von der Bürgerinitiative Do-FOSS durchgeführt. Do-FOSS, die Initiative für den Einsatz Freier und Quelloffener Software (Free and Open Source Software, kurz FOSS) bei der Stadt Dortmund erhielt vergangenen Dezember das Agenda-Siegel 2016 von der Stadt Dortmund für ihr Engagement zu digitaler Nachhaltigkeit.

Free Software Foundation Europe

Homepage von Do-FOSS: Agenda-Siegel 2016 der Stadt Dortmund an Do-FOSS verliehen

Dokumente zum Herunterladen

Die Pressemitteilung der Dortmunder GRÜNEN vom 27.03.2017 kann hier heruntergeladen werden (das PDF-Dokument wurde von Do-FOSS erstellt).

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Ein Kommentar zu “Dortmunder GRÜNE für Freie Software

  1. Es wäre schön, das Konzept näher vorgestellt zu bekommen, da genau so ein Setting für viele kleine Firmen, Vereine etc. von Interesse wäre und die Anforderungen dort ähnlich sind. Das wäre ein Beitrag zur Offenheit. :-)

    Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, bei freier Software die Kostenersparnis zu betonen. Gerade im gewerblichen Umfeld muss ich doch realistisch mit Kosten an anderer Stelle rechnen. Die individuelle Anpassung ist das aber so wie ich es will. Die Stadt München hat ja auch ein Modul für LibreOffice gebraucht. Für Privatanwender heißt es dafür, Zeit zu investieren, weil ich eben keinen mal guten mal weniger guten Support einkaufen mit den Lizenzkosten. Die Rede von kostenlos weckt schnell falsche Erwartungen und verzerrt die Kultur hinter OS-Software. Wenn OS weiter verbreitet wäre, hätte der KV die Einrichtung auf dem Markt erworben und nicht als ehrenamtliches Projekt geschenkt bekommen. Ja, es ist aus vielen Gründen gut, dass die das machen, aber beim Kostenfaktor wird hier schon der Zuchtapfel mit dem Wildapfel verglichen.

    btw: Was mich mal interessieren würde, wenn man begleitet würde beim Thema Verschlüsselung. Wenn man nicht nur ein Postfach verschlüsseln will sondern eine Reihe hat, wird das schnell komplexer mit Subschlüsseln. S. z. B. https://blog.effenberger.org/2015/10/09/my-gnupg-configuration/

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